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Urlaubsinfos » Wandern - Natur-Gehnuss
 
» "Goldener Steig" bei Grainet
  Markierung: Saumpferd weiß
Wanderzeit: 2,5 – 3 Std.
Strecke: 12 km
Ausgangsort: Böhmzwiesel – Gasthaus Eckerl
Einkehrmöglichkeiten: Fürholz
Steigungen: 570 – 1120 m

Vom Dorf Böhmzwiesel biegen wir am nördlichen Ortsausgang in die Siedlung Goldener Steig ein und gehen auf teilweise original erhaltenen Hohlwegen nach Fürholz, ein ehemaliges Säumerdorf aus dem 13. Jhd. mit Säumerherberge (4 km). Am Ende von Fürholz biegen wir links ab Richtung Grainet (2,5 km). Vorbei an der Nikolauskirche und einer alten Schmiede aus der Säumerzeit gehen wir über den Säumerhügel-Hochstein nach Leopoldsreut - eine Wüstung mit Kirche (5,5 km). Von hier sind es noch 7,5 km bis zum Grenzübergang Bischofsreut- Marchhäuser.

Der Goldene Steig (1010 – 1706), war jahrhundertelang
der wichtigste und meistbegangene Handelsweg zwischen Bayern und Böhmen. Unglaubliche Mengen Salz gelang ten über diesen Weg vom salzreichen Rupertigau ins salzlose Böhmen.
Heute, im Zeitalter der modernen Kühlgeräte, kann sich niemand mehr so recht den Wert des Salzes vorstellen. Vor der Einführung der „Dreifelderwirtschaft“ war Salz als Konservierungsmittel lebensnotwendig. So wurde am „Weißen Gold“ kräftigt verdient, vor allem die reichen Handelsherren aus Passau und Prachatitz profitierten davon. Jedoch auch viele der bitterarmen Böhmerwäldler lebten ausschließlich vom Salzhandel.

Unter den vielen Orten am Goldenen Steig (er verdankt seinen Namen den reichen Erträgen), war einer bedeutesten Fürholz (letzte Siedlung „vor dem Holz“).
Auf dem großen Ilzstädter Landtag von 1256 erlaubte der Passauer Fürstbischof Otto von Lonsdorf auch den Fürholzern das „Säumen“. Im 16. Jhdt. säumte beinahe die gesamte Bevölkerung von Fürholz, da Woche für Woche bis zu 1300 Saumpferde durch ihren Ort zogen. Hunderte von Säumern, frachteten mit ihren Rössern neben Salz Südwaren, Wein, Tücher, Spezereien und anderes kostbaren „Gesäum“ nach Böhmen. Die Rückfracht bestand vor allem aus Getreide, Malz, Bier und Kornbranntwein.

Von 1558 – 1560 wurden 182 472 Zentner Salz auf beschwerlichen Weg nach Prachatitz transportiert, obwohl ein Pferd lediglich drei Zentner Last trug.
In den Jahren des 30 Jährigen Krieges kam der Handel immer mehr zum erliegen, weil die Säumer in jener schlimmen Zeit bei den ständigen Truppendurchzügen Vorspanndienste leisten mussten. wobei die Meisten Roß und Wagen verloren, und dann irgendwo in ihrem Elend zu Grunde gingen.
1706 wurde die Salzlege von Prachatitz nach Krummau verlegt, was das Ende des Goldenen Steiges bedeutete.
Mit der Vertreibung der zumeist deutsch besiedelten böhmischen Säumerdörfer 1944/45, vollzog sich ein weiterer tiefer Einschnitt in die Geschichte der Region.
Seit 1991 lassen die Orte Prachatitz und Grainet durch ihre gemeinsamen Salzfeste die Geschichte wieder aufleben.

Heute ist der "Goldene Steig" ein historischer Wanderweg von Waldkirchen über Fürholz, Grainet, Haidelberg nach Prachatitz.
 
» Kontakt:
  Tourismusbüro Grainet
Tel. 0 85 85 / 96 00 30
  info@graineturlaub.de
 
» Internet:
  http://www.graineturlaub.de
 
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