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Weihnachter oder "Mettensau"
Der Weihnachter zählte früher zum Schönsten, was der Jahreslauf zu bieten hatte: Kurz vor dem Weihnachtsfest wurde ein feistes, ansehnliches Schwein geschlachtet, das man das Jahr über mit möglicht guter Nahrung zum Prachtexemplar seiner Gattung herfütterte. Man wollte schließlich die Christgeburt gebührend feiern. Dazu gehörte die Brittsuppe ebenso wie Blut- und Leberwürste, die in der Mettennacht auf den Tisch kamen. Am Feiertag selbst gab es dann noch einen saftigen Schweinebraten.
Natürlich brachte so eine kernige Sau auch allerlei Gesindel auf unehrenhafte, gelüstige Gedanken. Der Einfallsreichtum, wie man der Mettensau oder zumindest Teilen davon habhaft werden konnte, war riesengroß.
Der Bauer war sich der Verlockung, die von seinem Weihnachter ausging, durchaus bewußt und trug Vorkehrung, daß seine Leute, die ohnehin höchst selten Fleisch vorgesetzt bekamen, zu Weihnachten nicht vor leeren Tellern saßen.
So manches alte "G´schicht´l" dreht sich um den Weihnachter. Ein Bauer, der um seinen guten Schlaf wußte, band sich beim Zubettgehen die beiden Hälften der Mettensau mit Bindfaden an die Zehen, damit - sollte der Braten anderweitige Liebhaber auf den Plan rufen - seine Bewegung für ihn auf jeden Fall spürbar war. Ein anderer verrammelte den Kamin - beliebter Fluchtort bei solchen Dingen - unsichtbar im oberen Teil und sicherte die Herdstelle selbst mit "spritzigen" Einfällen.

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